Klára Korbelová
Malerei
Klára Korbelová wurde 2002 in Prag geboren und malt, seit sie denken kann. Heute studiert sie im Atelier Malerei I bei Prof. Robert Šalanda an der Akademie der Bildenden Künste Prag (AVU) und gehört, noch vor ihrem Diplom, bereits zu den auffälligsten Stimmen der jüngsten tschechischen Kunstszene.
Korbelová malt das eigene Leben, und sie malt es ungeschönt. Ihre Bilder changieren zwischen intimem Mädchentagebuch, wütendem Teenager-Skizzenbuch und der Chronik erwachsener Härten – mit einer naiv wirkenden, fast kindlichen Bildsprache, die den oft schweren Inhalten gerade dadurch eine besondere Authentizität verleiht. Spitzenunterwäsche malt sie mit sichtbarer Zärtlichkeit, fast zärtlicher als die eigene Haut, die ihr als Ort des Traumas und der Selbstkonfrontation gilt – und die sie, anders als Möbel oder Kleidung, am liebsten hinter sich lassen würde. Gerade dieses Ringen macht ihre Malerei so eindringlich.
In ihrer aktuellen Einzelausstellung Nebe-peklo-ráj (Himmel-Hölle-Paradies) in der Prager Galerie Platforma 15 greift sie das Prinzip eines alten tschechischen Kinderspiels auf, bei dem eine gefaltete Papierfigur über die Finger gestülpt wird und je nach gewählter Zahl eine kleine, oft schonungslose Botschaft offenbart. Kuratiert von Radek Wohlmuth, entfaltet die Schau daraus eine durchgehende Erzählung: vom Selbstporträt kurz vor dem Erwachen über die morgendliche Toilette inmitten leerer Bierflaschen und die Phase des Sich-Schönmachens bis zu einem Liebestreffen und schließlich einer Partynacht mit ihren Folgen. Figuren wie eingesperrte Igel neben Spritzen tauchen als stille Hoffnungsträger in dieser sehr persönlichen Bildwelt auf.
Bereits zuvor zeigte Korbelová Werke in Prager Häusern wie der Novoměstská radnice (U jednoho stolu, 2022) und der Galerie Dejvická (Možná to byl jenom sen, 2025). Wer ihre Malerei kennt, erkennt darin eine Künstlerin, die ihr eigenes Leben so offen vor sich ausbreitet, dass man kaum wegsehen kann.