Doris Kouba, 1974 in Darmstadt als Tochter einer sudetendeutschen Mutter und eines tschechischen Vaters geboren, gehört zu den profiliertesten literarischen Übersetzerinnen aus dem Tschechischen und Slowakischen ins Deutsche. Nach einem abgebrochenen Jurastudium widmete sie sich ab 1994 an der Universität Hamburg der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der Westslawistik, der Journalistik und der Politikwissenschaft – eine interdisziplinäre Grundlage, die ihr späteres übersetzerisches Werk prägt.

Seit dem Jahr 2000 arbeitet Doris Kouba als freie literarische Übersetzerin aus dem Englischen, Tschechischen und Slowakischen. Ihr Schaffen umfasst Romane, Erzählungen, Lyrik, Theatertexte und Essays zeitgenössischer Autorinnen und Autoren. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2015 mit dem Hamburger Förderpreis für Literaturübersetzung. Ihre enge Verbindung zur tschechischen Literaturszene zeigt sich auch in ihrer Tätigkeit als Jurymitglied des Literaturpreises „Magnesia Litera“ (2017–2019) sowie in ihrem Engagement für den übersetzerischen Nachwuchs, etwa als Leiterin der „2nd Vice Versa: Translation Workshop CZ-DE“ am Goethe-Institut Prag (2018) und als Gastdozentin des Deutschen Übersetzerfonds an der Universität Hamburg (2022).

Doris Kouba lebt und arbeitet zwischen Hamburg, Prag und Hradec Králové (Königgrätz), wo sie den Aufbau eines Literatur- und Übersetzungszentrums plant. Ihr Werk wird durch zahlreiche Stipendien und Förderungen unterstützt; zuletzt erhielt sie 2024 ein Arbeitsstipendium des Deutschen Übersetzerfonds für ihre Neuübersetzung von Karel Čapeks „Der Krieg mit den Molchen“ sowie eine erneute Einladung zur Übersetzerwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin.