Julija Kalinova

Malerei & Bildhauerei

Julija Kalinova, geboren in Lettland, studiert seit 2022 freie Malerei und Grafik in der Klasse von Prof. Anke Doberauer an der Akademie der Bildenden Künste München.

In ihrer künstlerischen Praxis – die sich zwischen Malerei und Bildhauerei bewegt – widmet sich Kalinova der vielschichtigen Beziehung zwischen Mensch und Tier. Ihre Bildwelten entstehen im Spannungsfeld aus persönlicher Erinnerung und kultureller Bildtradition: Kindheitserinnerungen treffen auf Tierdarstellungen der antiken Kunst, klassische Ikonografie auf die choreografierte Künstlichkeit zeitgenössischer Hundeshows. Daraus entwickelt sie eine eigene Bildsprache, die jene kaum greifbare, nicht-sprachliche Verbindung zwischen Mensch und Tier sichtbar zu machen versucht.

Zentrales Motiv ihrer Arbeit ist die Frage, wie Nähe, Kontrolle und Zuneigung im Verhältnis zum Tier ineinandergreifen – und wie sich diese Beziehung durch Inszenierung, Dressur oder Domestizierung verändert. Dabei nutzt Kalinova bewusst weiche, textile Materialien als Gegenentwurf zu klassischen Repräsentationsformen von Macht: In ihrer 2025 im Kallmann-Museum Ismaning gezeigten Arbeit montierte sie Stoffvögel wie Jagdtrophäen an die Wand – eine Geste, die die patriarchale Logik der Eroberung unterläuft. Die weichen, in sich selbst zerbrechlich wirkenden Objekte erinnern weniger an die Gewalt der Jagd als an Fürsorge und Kinderspielzeug; aus dem Symbol der Unterwerfung wird eine Geste der Zärtlichkeit.

Julija Kalinovas Werke
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